08.05.2020

Aktuelle Planungen der Pfarrei St. Judas Thaddäus, Duisburg-Süd zu Gottesdiensten in der Corona-Krise

Bis auf Weiteres noch keine Gottesdienste

Liebe Gemeindemitglieder,

viele von Ihnen sehnen sich bestimmt danach, trotz der Corona-Krise wieder Gottesdienste in unseren Kirchen zu feiern. Nach der Vereinbarung der Verantwortlichen in Kirche und Politik soll dies auch ermöglicht werden, wenn dabei alles getan wird, um das Corona-Infektionsrisiko so gering wie möglich zu halten.

Viele Gläubige wird das sehr freuen, manche wird aber auch die Sorge umtreiben, wie es überhaupt gelingen kann, unter den gegebenen Bedingungen in würdiger Weise Gottesdienste zu feiern.

Diese Situation haben wir im Pastoralteam, Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand ausgiebig diskutiert und suchen derzeit nach tragfähigen Lösungen. Dabei ist ein ständiger Prozess des Abwägens notwendig. Die Infektionsgefahr durch das Virus ist immer noch groß. Gerade im Blick auf viele Menschen in unseren Gemeinden, die zur Risikogruppe gehören und die wir deshalb besonders schützen müssen, ist weiterhin große Vorsicht geboten. Kirche ist kein Wirtschaftsunternehmen, dem es um Umsatz und Profit geht, Kirche muß an der Seite der Menschen stehen, ihr seelisches, aber auch leibliches Heil im Auge haben.

In den aktuellen Aussagen bzw. Warnungen der Experten und vieler Mediziner wird betont, dass es noch zu früh ist für umfangreiche Lockerungen. Die Fallzahlen der Infektionen müssen über die kommenden Wochen noch merklich sinken, damit ein beherrschbarer Zustand entstehen kann und mögliche Infektionsketten nachzuverfolgen sind. Wir müssen die weiteren Schritte im Blick auf Gottesdienste mit Bedacht gehen und mit der ständigen Sorge, nicht durch unsere Feiern die Ausbreitung des Virus zu beschleunigen.

Denn dieses Virus wird durch Tröpfcheninfektion übertragen, also durch lautes Sprechen, kräftiges Singen, Anhusten und –niesen.

Was bedeutet das für unsere Gottesdienste?

Die Sitzplätze müssen reduziert werden, damit der vorgeschriebene Sicherheitsabstand eingehalten werden kann. Das hat zur Folge, daß man weit auseinander sitzt und den Gottesdienst nicht als Gemeinschaftsfeier erleben kann.

Man muß sich vorher zum Gottesdienstbesuch anmelden, und nur wer auf der Liste steht, erhält Zutritt. Wer ohne Anmeldung zur Kirche kommt, muß abgewiesen werden, das gilt auch für diejenigen, die kommen, wenn die erlaubte Zahl an Teilnehmern erreicht ist. All das muß von einem Sicherheitsdienst überwacht und kontrolliert werden.

Im Gottesdienst darf es keinen Gemeindegesang geben, die Gesangbücher müssen entfernt werden, damit sie nicht kontaminiert werden können.

Beim Betreten und Verlassen des Kirchraums, sowie bei der Austeilung der hl. Kommunion ist auf das Einhalten des vorgeschriebenen Mindestabstands zu achten.

Grundsätzlich müssen wir den Menschen, die zu den treuesten Kirchgängern gehören, nämlich älteren und alten Menschen, empfehlen, zu ihrer eigenen Sicherheit lieber Zuhause zu bleiben.

All das läßt die Feier von Gottesdiensten unter diesen Umständen sehr fragwürdig erscheinen. Wo bleibt der offene, einladende Charakter von Gottesdienst, der wesentlich dazugehört? Wie können wir froh und unbeschwert Gottesdienst feiern, wenn wir nicht wirklich miteinander feiern und große Teile unserer Gemeinde von vornherein ausschließen (müssen)? Alte und Kranke: bleibt daheim; Junge und Starke: herzlich willkommen???

All das hat uns zu der Entscheidung geführt, auf die Feier von Gottesdiensten bis auf Weiteres zu verzichten.

Wir würden gerne wieder Gottesdienste feiern, aber würdige Gottesdienste in einladender Atmosphäre und als Feier unserer Gemeinschaft. Wann das wieder möglich sein wird, ist realistisch noch nicht abzusehen.

Erst nehmen wir uns noch ein paar Wochen Zeit, die Entwicklung zu verfolgen, um dann Ende Mai die Situation aktuell zu bewerten. Darüber werden wir dann unverzüglich informieren.

Bis dahin verweisen wir weiterhin auf die zahlreichen Angebote in den Medien und auf die in unseren weiterhin offenen Kirchen ausliegenden Materialien.

Hier finden Sie demnächst, sobald sie erstellt ist, auch eine Übersicht über die verschiedenen Angebote unserer Pfarrei in Corona-Zeiten, die möglichst breit gestreut und verteilt werden soll.

Wir bitten alle um Verständnis und die weitere Sorge umeinander. Bleiben wir in dieser Zeit auf andere Weise und vor Allem im Gebet miteinander verbunden.

 

Für die Pfarrei St. Judas Thaddäus

Pfarrer Roland Winkelmann

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